Vom Töpferton zum Porzellan

Tonfarben

„Die Masse“ werden sĂ€mtliche feuchten Tone vor dem Brennen genannt – ganz einfach. Keramiker ordnen die Tonfarben nicht den rohen Tonen vor dem Brand zu. Diese können eine Farbe von organischen Teilchen annehmen, zum Beispiel von Pflanzenresten. Derart natĂŒrliche Verunreinigungen verbrennen bei spĂ€testens 300 Grad Celsius. Die Tonfarbe wird danach bestimmt, wie der fertige Krug aus dem Brennofen kommt.
Ocker und Rot sind die Farben der eisenhaltigen Töpfertone. Dunkelbraune bis fast schwarze Tone zeigen einen unterschiedlich hohen Mangangehalt an. Fast ĂŒberall auf der Welt gibt es diese Tone. FrĂŒher siedelten sich ganze TöpferwerkstĂ€tten neben solchen Tonvorkommen an. Ideal war die Verbindung mit einem Waldgebiet fĂŒr genĂŒgend Brennmaterial. Im Brennofen schmelzen die Glasuren auf farbigen „Töpfertonen“ bei einer Temperatur ab 1040 Grad Celsius.
Die weissen oder grauen Steinzeugtone benötigen meistens ĂŒber 1200 Grad, damit der Ton dicht wird und kein Wasser mehr durchsickern lĂ€sst. Diese Tone kommen nur in bestimmten Gebieten vor, zum Beispiel im Westerwald oder im Fichtelgebirge. Sie enthalten kein – oder nur wenig – Flussmittel wie Eisen oder Mangan, schmelzen also schwerer. DafĂŒr sind sie aber dicht und lassen kein Wasser durch – vollkommen ohne Glasur.
Vollkommen weisses Porzellan darf ĂŒberhaupt keine farbigen EinschlĂŒsse enthalten. In unseren Gegenden kommt dieser Ton nicht in der Natur vor, sondern wird aus Natrium (Pottache), Kaolin und Quarz gemischt. Um die schneeweisse Farbe zu erzielen, wurden die Tonmehle frĂŒher mit Magneten abgesucht. Mit dem blossen Auge sieht keiner die kleinen Eisenteilchen, die nach dem Brand rote, braune oder schwarze Punkte im Ton hinterlassen – natĂŒrlich an den prominentesten Stellen. Heute werden winzige MetallspĂ€ne mit dem Ton vermischt, um eine interessantere OberflĂ€che zu erzielen.
Der Ausdruck Keramik kommt vom griechischen „Keramos“ und heisst ĂŒbersetzt „Gebrannter Ton“. Alle vorher genannten Tone
– auch das Porzellan –
tragen also im gebrannten Zustand den Namen „Keramik“.
SĂ€mtliche Tone, ebenso Glasuren und Glas, enthalten die gleichen Grundstoffe. Sie unterscheiden sich lediglich in der Zusammensetzung der einzelnen Komponenten. Die VerhĂ€ltnisse zueinander entscheiden ĂŒber die Schmelzbarkeit. Matte Glasuren tendieren eher zu Keramik, glĂ€nzende Glasuren zu Glas.
Geduld, Geduld, Geduld…
Das Aussehen der Glasuren erblickt die Keramikerin erst im geschmolzenen Zustand. Da ist Geduld angesagt, denn der Brennofen erreicht seine Temperatur ungefĂ€hr in 12 Stunden, je nach Grösse des Ofens. Zum AbkĂŒhlen benötigt er das Doppelte oder Dreifache an Zeit. Als Lehrling schlich ich immer um den Ofen und beschwor den Thermostat, doch ein bisschen schneller zu sinken, damit ich endlich einen Blick auf meine letzten Arbeiten werfen konnte.

Glasuren Grundlagen
Glasuren Beispiele

Keramik – Porzellan – Töpferware

Keramikwerkstatt

Keramik Meine Keramik entsteht in reiner Handarbeit. Sie ist lebensmittelecht, wasserdicht, spĂŒlmaschinengeeignet und backofenfest. Ich drehe jedes StĂŒck einzeln auf der Töpfer-Drehscheibe. Dabei gebrauche ich, außer meinen HĂ€nden, kaum Werkzeuge.

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